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100 Jahre Popkultur | Chucks Converse Taylor All Star | Teil2

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2017 wird der Chuck runde 100 Jahre alt – und ist doch so jung geblieben, dass ihn alle Welt weiterhin ganz selbstverständlich beim Vornamen nennen darf. Der „Converse Chuck Taylor All Star“, so sein voller Name, ist nicht nur der erste Sneaker, der die Streetwear, wie wir sie heute kennen, entscheidend geprägt hat. Dieser absolut einzigartige Schuh hat in seiner langen Lebenszeit auch den Rock’n’Roll und alle nachfolgenden Pop- und Jugendkulturen rund um die Welt maßgeblich beeinflusst. In unserem zweiteiligen Special beleuchten wir seinen Marsch durch die deutschen, europäischen und internationalen Szenen – und zeigen, dass dieser Triumphzug noch lange nicht zu Ende ist. Happy Birthday, Chuck!


1980 – 2017

Anfang der 80er Jahre war das Image von Amerika in Europa und dem Rest der Welt in vielen Bereichen noch zwiespältiger als heute: Auf der einen Seite hatte sich mit der Friedensbewegung eine starke anti-amerikanische Haltung verbreitet. Andererseits galt die zunehmend globalisierte amerikanische Waren- und Kulturwelt insbesondere mit Turnschuh-Marken wie Nike, Reebok oder eben Converse einfach als „cool“. Nicht zuletzt in den subkulturellen Strömungen von Musik, Sport, Film, TV und mehr orientierten sich Jugendliche und Junggebliebene an Style-Vorbildern aus den USA. HipHop, Graffiti und Breakdance eroberten ebenso den Erdball wie MTV, BMX, Hardcore oder Heavy Metal. Immer und überall ganz selbstverständlich an vorderster Front dabei: Chucks.

Wieso sich Skater, B-Boys, Punks und Disco-Tänzer ausgerechnet auf einen eigentlich uralten amerikanischen Leinentreter einigen konnten, der zu oft sündhaft teuren Import-Preisen verkauft wurde?! Wahrscheinlich lag es unter anderem am einfachen Aufbau und schlichten Look des Chucks, mit denen sich die Träger von den bunten, klobigen oder auch allzu technisch wirkenden Modellen mit drei Streifen oder Swoosh absetzen konnten. Chucks zu tragen, das war und ist bis heute eine Form des Understatements, anders und irgendwie „anti“ – damit lässt sich auch erklären, dass gerade in der konsumkritischen Punk-Szene manchmal jede Menge Geld für solch einen simplen Sneaker bezahlt wurde.

Mit den beginnenden 90er Jahren überrollten erst Acid House und dann Techno die Welt und lösten die vielen, sehr unterschiedlichen Jugendkulturen der zurück liegenden Jahrzehnte langsam, aber sicher ab. Die Eigenschaft der Schuhe, ihren Trägern eine kulturelle Zugehörigkeit zu einer bestimmten Szene mit einigermaßen klar definierten Codes zu bescheinigen, war auf einmal nicht mehr so wichtig. Durch die Band Nirvana und den Grunge erlebten Chucks noch einmal ein rockiges Revival – doch insgesamt hatten sich sich die All Stars längst als rebellisches, mit allem kombinierbares, nicht zu vergessen bequemes Schuhwerk für alle Altersstufen und Lebenslagen etabliert. Heute werden Chucks rund um die Welt von Hipstern ebenso getragen wie von Skatern, Rappern oder Start-Up-Visionären.

Also: Happy Birthday, Chuck – und auf die nächsten 100 Jahre!


converse chuck taylor  100 years of pop culture

in 2017 the chuck will already be 100 years old – and yet it has remained so young that the world naturally only calls it by its first name. its full name is “converse chuck taylor all star”, and it is not only the very first sneaker that has been crucial in shaping streetwear as we know it today. in its long lifespan, this absolutely unique shoe has also significantly influenced rock’n’roll and all the following pop and youth cultures around the world. in our two-part special, we shine a light on its march through the international scenes – and show that this victory parade is far from being over. happy birthday, chuck!

1980-2017

At the beginning of the 1980s, the image of the USA in Europe and the rest of the world was probably even more ambivalent than it is today: For one, the peace movement carried a strong anti-American attitude. On the other hand, the increasingly globalized American world of goods and culture was considered “cool”, especially in regard to sneaker brands such as Nike, Reebok or Converse. Not least in the subcultural currents of music, sports, film, TV and more, young people and the young at heart were inspired by style models from the US of A. HipHop, graffiti and break dance captured the earth as much as MTV, BMX, Hardcore or Heavy Metal. Always front and center: Chucks.

But why could skaters, b-boys, punks and disco dancers all agree on an actually ancient linen beater that was sold at often sinfully expensive import prices?! Probably it was due to the simple design and the humble look of the Chuck, which let its wearers stand out from the often all-too-colorful, chunky or technical-looking models with Three Stripes or Swooshes. Wearing Chucks was and still is a form of understatement, it’s different and somehow “anti” – this might also explain the fact that back in the day, even in the consumption-critical punk scene sometimes a lot of money was paid for such simple sneakers.

At the start of the 90s, Acid House and then Techno conquered the world – and slowly, but surely also the many, very different youth cultures of the past decades. The property of the shoes of confirming to their carriers a cultural affiliation to a certain scene with clearly defined codes – all that wasn’t so important anymore. With the band Nirvana and the Grunge scene, Chucks experienced another rocking revival, but in general, the All Stars had established themselves as rebellious, all-combinable, not to forget comfortable footwear for all ages and living conditions. Today, Chucks are worn around the world by hipsters as well as by skaters, rappers or start-up visionaries.

So: Happy Birthday, Chuck! Here’s to the next 100 years!

 

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100 Jahre Popkultur | Chucks Converse Taylor All Star | Teil1

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2017 wird der Chuck runde 100 Jahre alt – und ist doch so jung geblieben, dass ihn alle Welt weiterhin ganz selbstverständlich beim Vornamen nennen darf. Der „Converse Chuck Taylor All Star“, so sein voller Name, ist nicht nur der erste Sneaker, der die Streetwear, wie wir sie heute kennen, entscheidend geprägt hat. Dieser absolut einzigartige Schuh hat in seiner langen Lebenszeit auch den Rock’n’Roll und alle nachfolgenden Pop- und Jugendkulturen rund um die Welt maßgeblich beeinflusst. In unserem zweiteiligen Special beleuchten wir seinen Marsch durch die deutschen, europäischen und internationalen Szenen – und zeigen, dass dieser Triumphzug noch lange nicht zu Ende ist. Happy Birthday, Chuck!

 


1917 – 1980

Wie an so vielem, was danach kam, so sind die Ramones auch mitverantwortlich für die Verbreitung des Chuck. Durch ihre für damalige Verhältnisse radikale Uniform aus Pottschnitt, schwarzer Motorradjacke, löchrigen Skinny-Jeans und Chucks an den Füßen gaben die New Yorker Punks optisch ein ähnliches Statement ab wie mit ihren einfachen, aber wirksamen Mitgröl-Songs. Zu jener Zeit galt es auf beiden Seiten des Atlantik noch als äußerst gewagt, Turnschuhe auf der Straße zu tragen, und als die Band 1976 erstmals für Konzerte nach England reiste, gab das der aufkeimenden Punk-Szene Europas ebenso Rückenwind wie dem Street-Style. Bald darauf sollten „Cons“ langsam, aber sicher auch die Konzerthallen, Straßen und Plätze in Europa und dem Rest der Welt erobern.

Was man sich angesichts aktueller Basketball-Schuhe heute kaum noch vorstellen kann: Bei den „All Stars“ handelte es sich um professionelle und für ihre Zeit hoch innovative Sportschuhe, die von Converse gemeinsam mit dem Basketball-Profi Chuck Taylor entwickelt beworben wurden – zuvor waren Sportschuhe in den meisten Fällen schwer und komplett aus hartem Leder gefertigt. So richtig begann der Siegeszug der Chucks, als das US-Team in den Schuhen 1936 in Berlin die erste Goldmedaille in der damals neuen olympischen Disziplin Basketball errang. Bis in die 70er Jahre, als sich die Sportschuh-Industrie allmählich enorm zu ändern begann, sollte der Chuck die amerikanischen Basketball-Ligen regieren: In den großen Universitäten und Junior Colleges trugen zum Beispiel noch 1974 acht von zehn Spielern ihre Converse All Stars auf dem Court.

In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg verbreitete sich das Modell nach und nach in der aufblühenden US-Pop- und Jugendkultur: James Dean oder Elvis Presley wurden bereits in den 50ern in ihnen abgelichtet, Mick Jagger von den Rolling Stones feierte seine Hochzeit 1971 in Chucks – so entstand nach und nach ein cooles Rock’n’Roll- und Rebellen-Image um den Schuh. Die ersten Skater im Kalifornien der 70er Jahre zerlegten in Chucks trocken gelegte Swimming-Pools, während an der US-Ostküste zu Punk-Klängen von den Ramones und anderen Bands eine neue Subkultur entstand. Es sollte nicht lange dauern, bis der kulturelle Dreiklang aus New York Punk, kalifornischem Hardcore und Skateboards schließlich auch Europa und den Rest der Welt eroberte. Damit gehörten Chucks Anfang der 80er schnell zu den begehrten Must-Haves in vielen verschiedenen Szenen.

…… Teil 2 demnächst hier zu finden


Converse Chuck Taylor  100 Years of Pop Culture

In 2017 the Chuck will already be 100 years old – and yet it has remained so young that the world naturally only calls it by its first name. Its full name is “Converse Chuck Taylor All Star”, and it is not only the very first sneaker that has been crucial in shaping streetwear as we know it today. In its long lifespan, this absolutely unique shoe has also significantly influenced rock’n’roll and all the following pop and youth cultures around the world. In our two-part special, we shine a light on its march through the international scenes – and show that this victory parade is far from being over. Happy birthday, Chuck!

 1917 – 1980

As with many things that came after them, the Ramones carry some responsiblity for spreading the gospel of the Chuck. By the standards of the time, the New York punks’ radical uniform of moptops, black biker jackets, skinny jeans with holes and Chucks on their feet gave as much an optical statement as they did with their simple, but effective chant-along songs. At that time, wearing sports shoes in the streets was regarded as bold on both sides of the Atlantic, and when the band traveled to England for some concerts, it gave the blossoming European punk scene as much momentum as the street style. Soon the “All Star” would conquer the concert halls, streets and squares of Europe and the rest of the world.

 What may be hard to imagine in the face of today’s super-technical basketball models: the “All Stars” were once highly professional and innovative sports shoes, designed and developed by Converse together with the basketball pro Chuck Taylor – before that, sports shoes were mostly heavy and made of hard leather. The real triumph started when the US team won the first gold medal at the 1936 Berlin Olympics in the then all-new discipline of basketball. The Chuck was to rule the American basketball leagues up until the 70s, when the sports shoe industry slowly began to change – eight out of ten players in the big university and junior college leagues of 1974 wore Converse All Stars on the court.

 In the decades after the World War II, the model began to appear more and more in the blossoming US youth and pop culture: James Dean or Elvis Presley were photographed in them as early as the 50s, in 1971 Mick Jagger of the Rolling Stones celebrated his wedding in Chucks – and little by little, a cool, rebellious image around the shoe was established. The first Californian skateboarders in the 70s shredded emptied swimming pools in Chucks, while at the East Coast a new subculture arose, driven by the punk sounds of the Ramones and other bands. It wouldn’t take long for this tidal wave of New York punk, Cali Hardcore and skateboards to roll over Europe and the rest of the world. With the beginning of the 80s, Chucks would soon become a must-have in a broad variety of scenes.

 Part 2 coming soon….